Materialien

Materialien

Bio-Baumwolle

      Lyocell (Tencel)

Modal Edelweiss

      Viskose (aus Bambus)

Hanf

      Leinen

Recycling-Baumwolle

      Recyclingpolyester

Schafswolle

      Pflanzlich gegerbtes Leder

 

Bio-Baumwolle (organic cotton)

Der Grossteil der von Melvins angebotenen Kleidung besteht aus Bio-Baumwolle. Diese wird ohne erdölbasierte Pestizide und Insektizide sowie ohne erdgasbasierte Mineraldünger angebaut. Gentechnik ist bei Bio-Anbau grundsätzlich verboten. Die vorgeschriebene Fruchtfolge und Mischkultur fördern die Artenvielfallt. Häufig kann durch den biologischen Anbau auch der Bedarf an künstlicher Bewässerung gesenkt werden.

Deutlich wird der Vorteil von Bio-Baumwolle vor allem dann, wenn man sich die Folgen des konventionellen Anbaus vergegenwärtigt. Etwa 25 Prozent der weltweiten Produktion an Pflanzenschutzmitteln wird im Baumwollanbau verwendet. Dabei wird nur auf 2,5 Prozent der weltweiten Agrarflächen Baumwolle angebaut. Setzt man diese beiden Zahlen in Bezug, lässt sich die Giftkonzentration auf den Feldern erahnen.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jährlich 10.000 bis 15.000 Menschen an diesem massiven Pestizideinsatz. Die betroffenen Bauern wissen meist nicht, wie gefährlich die von ihnen eingesetzten und oftmals sogar international verbotenen Pestizide und Insektizide sind. Sie haben einfach nur Angst um ihre Ernte und versuchen diese zu schützen.

Durch gentechnisch verändertes Saatgut geraten zudem viele Bauern in Abhängigkeit von grossen Saatgut- und Pestizidkonzernen, die beides gleich im abgestimmten Doppelpack anbieten. Viele Baumwollbauern verschulden sich, weil das gentechnisch veränderte Saatgut nicht hält was es verspricht und immer mehr Pestizide erfordert. Insbesondere in Indien kommt es Jahr für Jahr zu vielen Selbstmorden unter verschuldeten Baumwollbauern.

 

Lyocell (Tencel)

Tencel ist der Markename des österreichischen Herstellers Lenzing für eine sogenannte Lyocell-Faser. Lyocell ist eine Regeneratfaser mit einem umweltfreundlichen Prozess. Die Rohstoffbasis von Lyocell ist Cellulose. Bei Tencel wird sie aus FSC-zertifiziertem Eukalyptus gewonnen.

Anders als bei Viskosen wird bei Lyocell ein untoxisches Lösungsmittel zur Fasergewinnung eingesetzt, das zudem im Kreislauf geführt wird. Dasselbe Lösungsmittel bricht also immer wieder neue Fasern aus der Cellulose. Lyocell ist zu 100 % kompostierbar.
Lyocell-Stoffe fühlen sich sehr weich an, "fliessen" und haben oft einen leichten, seidigen glanz.

 

Modal Edelweiss

Modal Edelweiss ist der Markename des österreichischen Herstellers Lenzing für eine weitere Regeneratfaser. Rohstoffbasis ist hier Buchenholz, welches aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen wird. Die Modalfaser wird am selben Standort hergestellt, wie der Rohstoff Zellstoff. Durch die Vollintegration am Standort Österreich ist es möglich, aufgrund von Energieüberschüssen und der Gewinnung von Holzwertstoffen die Faser umweltfreundlich zu produzieren. Selbst die Zellstoffherstellung in Lenzing ist energieautark und fungiert selbst als wichtigster Energielieferant für die gesamte Produktion. 

 

Viskose (aus Bambus)

Viskose ist eine künstlich hergestellte Faser aus dem Naturstoff Cellulose. Aufgrund ihres Wasseraufnahmevermögens (Pufferung, Weiterleitung) ist daraus hergestellte Kleidung angenehm zu tragen. Das Rohmaterial für diese Fasern ist Zellstoff, welcher aus Bambus durch die Entfernung der Bindestoffe (Lignin) direkt und ohne chemische Umwandlung hergestellt wird. Die Umsetzung des Zellstoffes zum Zellulosexanthogenat im klassischen Viskosefaserprozess dient nur zur Erzielung einer Löslichkeit und endet schliesslich nach dem Spinnen wieder im Ausgangsmaterial Cellulose.

Im Vergleich zu echten Synthetikfasern, deren Rohmaterialien aus Erdöl oder Erdgas hergestellt werden, bestehen Viskosefasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Bambus oder Holz. Die Fasern sind biologisch abbaubar. Der Energie- und Wasserverbrauch bei Herstellung und Verarbeitung ist wesentlich geringer als bei Baumwolle. Überdies entfallen die beim konventionellen Baumwollanbau meist eingesetzten Herbizide und Pestizide, die sich ausser in der Umwelt zuweilen auch in Kleidungsstücken wiederfinden.

Ein Problem sind die beim Herstellungsprozess entstehenden Stoffe, die teilweise ungesund und umweltschädlich sind: Schwefelwasserstoff (H2S) undSchwefelkohlenstoff (CS2).

 

Hanf (hemp)

Hanf wurde früher sehr häufig für Kleidung eingesetzt. Die Faser ist sehr reissfest und damit geeignet für robuste Kleidung. Aber auch weichere Hanfgewebe sind möglich, insbesondere durch Mischung mit Bio-Baumwolle.

Bio-Hanf ist im Textilbereich so gut wie nicht zu finden. Da Hanf generell sehr gut ohne Pestizide und Kunstdünger wächst, gehen Studien davon aus, dass der meiste Hanf quasi biologisch angebaut wird. Aus diesem Grund haben wir auch Artikel aus Hanf ohne Bio-Zertifikat in unserem Sortiment.

 

Leinen (linen)

Auch Leinen wurde früher sehr häufig für Kleidung eingesetzt und ist inzwischen eine Nischenfaser. Wie Hanf kann das dem Leinen zu Grunde liegende Flachs sehr gut in Europa angebaut werden und kommt wunderbar ohne Pestizide und Dünger aus. Auch bei Leinen gibt es selten biologisch zertifizierte Fasern, jedoch gilt Leinen auch in konventioneller Qualität als sehr ressourcenschonend.

 

Recycling-Baumwolle   (recycled cotton)

Genau wie Bio-Baumwolle vermeidet Recycling-Baumwolle die negativen Folgen des konventionellen Anbaus. Auch der Wasser- und Flächenverbrauch des biologischen Neuanbaus fallen weg. Recycling-Baumwolle gibt es in 2 verschiedenen Arten: Pre-Consumer und Post-Consumer. Pre-Consumer bedeutet hier, dass Baumwollreste aus der industriellen Produktion recycelt werden.

Postconsumer bedeutet, dass Altkleider zur Gewinnung der Fasern verwendet wurden. Insbesondere in letzterem Fall entstehen beim Recycling kürzere Fasern, die dann meist mit frischen Fasern gemischt werden müssen, wenn ein robuster Stoff erzeugt werden soll.

 

Recyclingpolyester (recycled polyester/PET)

Recyclingpolyester wird häufig aus PET-Flaschen, manchmal aber auch aus alter Polyesterkleidung gewonnen. Es wird kein frisches Erdöl benötigt und somit auch kein neuer Kunststoff zur Abfallproblematik hingezugefügt. Zumindest für die Dauer der neuen Nutzung wird der Abfall sogar reduziert. Sortenreines Polyester kann näherungsweise kreislaufförmig immer wieder recycelt werden (ein gewisser Materialschwund im Prozess ist jedoch unvermeidbar).

Problematisch an Polyester im Allgemeinen ist der fast immer enthaltene Stoff Antimon, der als möglicherweise krebserregende Substanz gilt. Das Antimon verschwindet auch beim Recycling nicht. Dennoch gilt Polyester als umweltfreundlichste konventionelle Kunstfaser und in recycelter Qualität sogar als eine der umweltfreundlichsten Textilfasern überhaupt.

 

Schafswolle (lambs wool)

Schafswolle ist eine tierische Naturfaser. Wir versuchen möglichst nur Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) anzubieten. Kontrolliert biologische Tierhaltung setzt Regeln für die Zufütterung (muss bio-zertifiziert sein) sowie die Tierhaltung und die Wollverarbeitung. Insbesondere ist das in wärmeren Ländern sehr verbreite Mulesing verboten, bei dem Schafen ohne Betäubung ein Stück Haut rund um den Schwanz entfernt wird, um den Befall durch Fliegenlarven zu verhindern. Auch die ebenfalls verbreitete Pestizidbehandlung der lebenden Schafe ist nicht erlaubt. Zudem wird auf die sonst übliche Filzfrei-Behandlung der Wolle mit Chlor verzichtet.

Da Bio-Wolle noch recht selten und in einigen Produktionsländern kaum zu bekommen ist, erlauben wir auch Wolle die nicht-zertifiziert, aber nachgewiesen Mulesing- und chlorfrei gewonnen ist.

Wolle hat natürliche antibakterielle Eigenschaften und muss bei guter Lüftung nur sehr selten gewaschen werden, was sich sehr positiv auf die Ökobilanz in der Nutzungsphase auswirkt.

 

Pflanzlich gegerbtes Leder (vegetable tanned leather)

Pflanzlich gegerbtes Leder ist normales Leder, das mit pflanzlichen Stoffen gegerbt wird. Aus ökologischer Sicht ist die Gerbung das problematischste am Material Leder. Konventionelles Leder wird mit Chrom gegerbt. Bei der Gerbearbeit erkranken viele Arbeiter schwer und auch für die Umwelt ist die konventionelle Gerbechemie äusserst giftig.

Seit einger Zeit gibt es eine Bio-Leder-Zertifizierung, die aber noch kaum auf dem Markt Verwendung findet. Die Tierhäute werden in der Regel eben nicht nach bio und konventionell getrennt. Anders als vor einigen Jahren sind Tierhäute wegen des global enorm gestiegenen Fleischkonsum heute ein Abfallprodukt und tragen nicht zur Finanzierung der Tierhaltung bei.